Weitere Auflage des Kulturfestivals Ensemblia
Spartenübergreifendes Festival findet vom 8. bis 12. Juni an verschiedenen Orten statt
pmg. Seit 1979 veranstaltet die Stadt Mönchengladbach in Zusammenarbeit mit dem NRW KULTURsekretariat im zweijährigen Rhythmus die Ensemblia, das spartenübergreifende Festival für Musik, Theater, Tanz, Kunst,…. Als avantgardistische und etablierte Veranstaltung bietet das Festival eine Plattform, kulturelle Sparten von Theater, Musik und Tanz bis Kunstausstellung zu verbinden. Neue Blickwinkel auf die unterschiedlichsten Bereiche zeitgenössischer Kunst lassen klassische und tradierte Gattungsgrenzen überschreiten und Musik, Theater, Tanz und Kunst verschmelzen.
2009 feierte die Ensemblia ihr 30-jähriges Bestehen mit einem breit angelegten Programm, das unter anderem die Uraufführungen zahlreicher Glückwunschkompositionen zum Jubiläum umfasste. Der Schnittpunkt "30 Jahre Ensemblia" wurde zum Anlass genommen, das Festival neu zu konzipieren. Mit einem gebündelten und konzentrierten Programm erhält die Ensemblia im Vergleich zu anderen Festivals und Veranstaltungen mit zeitgenössischer Kunst als kleines und besonderes Event mit hoher Qualität aller Beteiligten ein Alleinstellungsmerkmal und wird ein kulturelles Highlight für die Bevölkerung und Besuchertreff für Gäste von außerhalb.
Die diesjährige Ensemblia findet vom 8. bis 12. Juni statt. Als Aufführungsstätten sind unter anderem das TiN, die Kaiser-Friedrich-Halle, die Musikschule, das Museum Abteiberg, das Haus Erholung sowie das BIS-Zentrum vorgesehen. An fünf Festivaltagen finden 13 Veranstaltungen statt, darunter drei Uraufführungen.
Eröffnet wird das Festival am Mittwoch, 8. Juni, mit einer Aufführung der Oper "Joseph Süß" des Theaters Krefeld-Mönchengladbach unter der musikalischen Leitung von Kenneth Duryea. Das Libretto des Autorenduos Werner Fritsch und Uta Ackermann zu Detlev Glanerts Oper "Joseph Süß" versucht die Rehabilitation des jüdischen Kaufmannssohns Joseph Süß Oppenheimer, der als Finanzbeauftragter am Württembergischen Hof Karriere machte und 1738 gehenkt wurde. Ausgehend von der Situation des im Kerker auf seine Hinrichtung Wartenden schildert es in filmartigen Rückblenden die einzelnen Stationen seines Werde- und Untergangs. Detlev Glanerts Musik ist voller dramatischer Drastik und assoziativer Bildhaftigkeit, so dass für den Hörer ein sinnliches akustisches Tableau entsteht. Die Oper "Joseph Süß" wurde am 13. Oktober 1999 in Bremen uraufgeführt und seither an zahlreichen Theatern gespielt.
Im Anschluss an die Operaufführung spielt das Quartett Fontaine die erste Uraufführung der Ensemblia 2011: Rüdiger Blömers "Sexte Stravaganze - Suite über "...nicht unendlich weiterschreiten".
Ein Konzert in den Räumen der Deutschen Bank am Donnerstag, 9. Juni, um 19.30 Uhr repräsentiert mit dem renommierten Cantus Ensemble Zagreb, das sich der Musik des 20. und 21. Jahrhunderts widmet, den internationalen Aspekt der Ensemblia. Um 21 Uhr präsentiert die Musikschule der Stadt Mönchengladbach als ihren Beitrag zur Ensemblia 2011 die Uraufführung von "passerelle perdue", einem "Konzeptwerk für klingende Fenster" von Rüdiger Blömer, bei dem Musiker und fortgeschrittene Schüler der Musikschule zeitgenössische Musik auf ungewöhnliche Weise interpretieren. Für diese Veranstaltung, in die neben der unvollendeten Brücke (passerelle perdue) auch die Bleichwiese einbezogen ist, wird die Lüpertzender Straße für den Verkehr gesperrt.
Der Freitag, 10. Juni, ist einem Konzert mit den Niederrheinischen Sinfonikern unter der Leitung von Graham Jackson und Kenneth Duryea gewidmet. Im Rahmen dieses Konzerts wird "Recherche sur le fond" für Orchester, ein Werk der Komponistin Charlotte Seither uraufgeführt, das von der Ensemblia in Auftrag gegeben worden war. Charlotte Seither, 1965 geboren, studierte Komposition, Klavier, Germanistik und Musikwissenschaft. Sie erhielt zahlreiche Preise und Auszeichnungen, darunter den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb "Prager Frühling" (1995), den Förderpreis der Ernst von Siemens Musikstiftung (2003), und den 1. Preis im Internationalen Kompositionswettbewerb "Premi International Ciutat de Palma" (2004). Nach einer Gastprofessur an der Hochschule für Künste Bremen (2002) ist sie seither dort weiterhin als Lehrbeauftragte für Neue Musik tätig. Ihre Werke kommen auf zahlreichen Festivals zur Aufführung. Als Jurorin war sie beim Internationalen Kompositionswettbewerb Ensemblia Mönchengladbach 2009 tätig sowie beim Deutschen Musikwettbewerb Berlin 2009.
Am Samstag, 11. Juni, findet im Gewölbekeller/Haus Erholung unter dem Titel COPY SHOP ein Konzert mit komponierter und improvisierter Neuer Musik, Stummfilm und Videokunst statt. Zwei Stunden zuvor, um 18 Uhr, hat im benachbarten Museum Abteiberg das große Finale der Ensemblia 2011 begonnen: eine lange Museumsnacht von 18 bis 18 Uhr mit einer 24-Stunden-Aktion von Christian Jendreiko. "VIELZUVIEL" für eine freie Anzahl von Akteuren und verschiedene Musikinstrumente vereint Künstler aus Mönchengladbach, Düsseldorf und der Region Niederrhein. Die Aktion wird gefilmt und wird anschließend als Dokumentation zur Verfügung stehen. Christian Jendreiko, 1968 in Recklinghausen geborene und heute in Düsseldorf lebende, genießt internationales Renommee, seine Aktionen haben besonders in den USA großes Aufsehen erregt. Mit einem Blick auf seine Aktionen aus konzeptioneller Sicht erklärt er: "Die Aktionen sind eine künstlerische Form von Grundlagenforschung. Es sind Experimente, um Antworten auf Grundfragen des multimedialen Gestaltens zu finden. Jeder Aktion liegt ein Aktionstext zu Grunde. Der Aktionstext beschreibt einen Versuchsaufbau. Die Aktion besteht in der Umsetzung dieses Versuchsaufbaus durch die Akteure. In der Umsetzung sind den Akteuren Spielräume gelassen. Jede Aktion spielt sich gleichzeitig in den verschiedenen Bereichen unserer Wahrnehmung ab und die Akteure versuchen in vollem Bewusstsein dieser Beobachtung quasi multimedial zu handeln. Die Aktionen sind als Alternativen zum Musizieren im klassischen Sinne zu verstehen. Sie haben ihren Platz im Bereich der bildenden Kunst. Jede Aktion ist ein Treffpunkt an der Schnittstelle von experimenteller Musik mit der bildenden Kunst sowie mit anderen visuellen und plastischen Gestaltungsbereichen."
Ergänzt wird das Programm der Ensemblia 2011 durch drei Stationen des deutschlandweiten Musik Marathon 2011 des Cellisten Roland Graeter, durch ein Kulturfrühstück im BIS-Zentrum, durch einen Workshop Poetry Slam für Schulen sowie durch ein Konzert für Kinder: "Fräulein Lindbloms fantastische Musik Box".
Mit Ausnahme der Opernaufführung im TiN ist der Eintritt zu allen Veranstaltungen frei, so dass jeder die Möglichkeit hat, die Ensemblia 2011 mitzuerleben.
Pressemitteilung von Montag, 2. Mai 2011Stadt Mönchengladbach
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